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Neckarbrücke Weitingen
Rollverschluss Sanierung
Im Bereich der BAB A81 Stuttgart-Singen befindet sich bei Betriebs-km 629 / 630 - zwischen den Anschlussstellen Rottenburg (km 621) und Horb (km 632 ) - die Neckarbrücke Weitingen
aus dem Jahr 1979.
Der Brückenüberbau hat eine Gesamtlänge von 900,5 m und eine Breite von 15,83 m. Es handelt es sich um eine Stahlbrücke. Aufgrund der großen Bewegungen von +/- 575 mm waren damals die Fahrbahnübergänge als Rollverschlusskonstruktionen System Sollinger Hütte ausgeführt worden.
Nach 23 problemlosen Jahren (mit lediglich einer Überarbeitung der Gleitflächen auf den Böcken) hatte sich der Bauherr entschlossen, die vorhandenen Konstruktionen auszutauschen. Grund dafür waren vor allem die erneut festgestellten Verschleißerscheinungen im Bereich der Stahl-auf-Stahl-Gleitung. Diese Ausführung entspricht nicht mehr dem Stand der Technik.
Daher wurde im Sommer 2002 von der Bundesrepublik Deutschland – Bundesstraßenverwaltung, vertreten durch das Land Baden-Württemberg, dieses vertreten durch das Autobahnbetriebsamt, Singen die Sanierung wie folgt ausgeschrieben:
Der Fahrbahnübergang am südlichen Widerlager (Fahrtrichtung Stuttgart-Singen) – ein Mehrplatten Rollverschluss der Sollinger Hütte aus dem Jahr 1979- wird ersetzt durch einen Rollverschluss - Fahrbahnübergang „System Lange“ oder gleichwertig.
Der neu einzubauende Übergang musste dem stark angestiegenen durchschnittlichen Verkehr von nun mehr 45.000 Kraftfahrzeugen, mit 15 % LKW Anteil entsprechen.
Weitere Kriterien für den Einsatz der neuen Dehnfuge waren:
- geringe Geräuschentwicklung (lärmarme Konstruktion)
- hohe Lebensdauer
- geringe Anzahl an Verschleißteilen
Die Ausschreibung sah den kompletten Austausch des Rollverschlusses inklusive der bestehenden Unterbauten vor.
Nach einer Überprüfung der vorhandenen Übergangskonstruktion wurde von der Sollinger Hütte dem Bauherren vorgeschlagen, die mit dem Bauwerk verbundenen Gleitböcke zu erhalten und mittels Umbau auf den neusten Stand der Technik zu bringen.
Neben der deutlichen Kostenersparnis gegenüber dem Amtsentwurf konnte damit auch dem Bauwerk ein massiver Eingriff erspart werden.
Mit den Arbeiten wurde im Sommer 2002 die Federal-Mogul Sollinger Hütte GmbH aus Uslar beauftragt, eine Fa. die als Systemanbieter für Bauwerkslager und Dehnfugenkonstruktionen und vor allem als Spezialist für den Austausch bzw. Umbau von Rollverschlüssen aller Art hohes Ansehen besitzt.
Die neuen Platten, ausgestattet mit Rutschsicherung, die gleichzeitig lärmmindernd wirkt, wurden im Werk in Uslar vorgefertigt und konnten im Juni 2003 nach der Überarbeitung der Unterbauten termingerecht eingebaut werden.
Ausschlaggebend für die Beauftragung der traditionsreichen Sollinger Hütte, die heute dem amerikanischen Konzern Federal-Mogul angehört, war neben wirtschaftlichen Gesichtspunkten auch der Wunsch, den Umbau bzw. die Sanierung einer bestehenden Rollverschlusskonstruktion von einer anerkannten Fachfirma ausführen zu lassen.
Der Bauherr hat sich erneut für eine Rollverschlusskonstruktion entschieden, da ihm diese Bauart aufgrund nur weniger massiver Bauteile die längste Lebensdauer erwarten lässt und dadurch die wirtschaftlichste Lösung bietet.
Im Gegensatz zu den Rollverschlusskonstruktionen aus den 60er und 70 er Jahren, die eine reine Stahl-auf-Stahl Gleitung der Platten auf den Böcken aufweisen, verfügen die neuen Rollverschlusskonstruktion der Sollinger Hütte über ein modernes Gleitsystem der Platten, bestehend aus Bronzerücken auf Edelstahlgleitblech einschließlich dämpfenden Elastomerkissen.
Dazu kommt als weitere wesentliche Verbesserung die jetzt immer mehrschnittige Bolzenverbindung der Platten untereinander.
Diese Konstruktionsart führt zudem zu einer Lärmreduzierung, da der Rollverschluss bauart-bedingt keine Querfugen aufweist, und somit das störende Rillengeräusch, wie bei den heute oft eingebauten Lamellendehnfugenkonstruktionen entfällt.
Es ist zudem ein spurweiser Austausch der existierenden Platten möglich, wodurch geringere Bauzeiten und nicht zuletzt auch günstigere Verkehrsführungen möglich werden und damit auch geringere Behinderungen für die Verkehrsteilnehmer.
An diesem Bauvorhaben wurde eindrucksvoll bewiesen, dass Rollverschlusskonstruktionen auch in Zukunft wieder verstärkt eingesetzt bzw. werden erhalten werden. Zudem kann ein Rollverschluss auch die heute immer größer auftretenden Bewegungen, sowie entsprechende Erdbebenanforderungen erfüllen.
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