|
Donaubrücke Schalding
Rollverschluss
Die Donaubrücke Schalding überführt nordwestlich von Passau die Bundesautobahn A3 Regensburg-Passau-Linz. Die A3 ist in diesem Bereich die Hauptverkehrsschlagader Richtung Österreich und den Balkanstaaten.
Die von 1969 bis 1973 erbaute Brücke besteht aus einem Stahlhohlkasten mit orthrotroper Platte mit einer Gesamtlänge von 1020 m. An seinen Enden ist das Bauwerk mit seinerzeit üblichen Rollverschlüssen mit einer Dillatation von jeweils ± 370 mm ausgestattet. In zwei Bauabschnitten wurde 2000 der Korrosionsschutz erneuert und die Rollverschlüsse auf den Stand der Technik gebracht.
In Bild 1 ist die Konstruktion von oben abgebildet. Durch die Rutschsicherung in den Platten ist eine hohe Verkehrssicherheit gegeben.
In Bild 2 und Bild 3 ist zu erkennen wie die Platten untereinander abgedichtet werden, wodurch an diesen Stellen kein Wasser eindringen kann.
Bei der alten Ausführung der Rollverschlusskonstruktion gleiten Stahlnocken an den Platten direkt auf der Stahlunterkonstruktion. Dadurch kam es zu relativ hohem Verschleiß. Zudem mussten diese Nocken aufwendig eingeschliffen werden, damit die Platten ruhig lagen.
Bild 4 zeigt, wie die Platten nach dem neuen System ("System Lange") gelagert werden.
Hier gleitet ein Bronze - Gleitstück auf der Unterkonstruktion, wobei auf die Unterkonstruktion korrosionsfreie Blechstreifen aufgeschweißt sind, und so eine nahezu verschleißfreie Gleitpaarung entsteht
(siehe Bild 5).
Der Höhenausgleich erfolgt sehr leicht durch dünne Futterbleche, sogenannte Schälbleche.
In Bild 6 ist die mehrschnittige Bolzenverbindung dargestellt, die eine entscheidende Verbesserung der früher üblichen einschnittigen Verbindung ist.
In Bild 7 ist die massive Bauweise eines Rollverschluss - Fahrbahnüberganges zu erkennen, wodurch eine lange Lebensdauer sichergestellt ist. Zudem wird die Lebensdauer durch das Fehlen von Verschleißteilen positiv beeinflusst.
Zusätzliche Vorteile der SH - Rollverschlüsse "System Lange" sind:
Patentiertes Federnsystem für die Niederhaltung der Platten
Arbeiten können abschnittsweise durchgeführt werden, ohne dass Baustellenschweißstöße nötig sind
Keine Lärmentstehung durch Waschbretteffekt, da keine Querfugen
Keine Lärmentwicklung durch Air - Pumping, da rauhe Oberfläche durch Rutschsicherung
Bei Sanierung keine Stemm- und Betonarbeiten nötig, da die Unterkonstruktion und Randkonstruktion im Beton verbleiben und wiederverwendet werden
Abschließend ist zu bemerken, dass eine anscheinend veraltete Rollverschlusskonstruktion durch den Umbau zu einem SH - Rollverschluss "System Lange" den verschärften Ansprüchen der Lärmminderung gerecht wird, und durch die hohe Lebensdauer auch die wirtschaftlichste Lösung darstellt.
|