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Rheinbrücke Schierstein
Sanierung von SH- Rollverschluss- Fahrbahnübergängen
Die Schiersteiner Rheinbrücke liegt an der stark befahrenen Bundesautobahn A 643 südlich von Wiesbaden und führt zu den Anschlussstellen Mainz-Mombach und Wiesbaden-Äppelallee über zwei Rheinarme mit der Rettbergsaue. Als Fahrbahnübergang über den Pfeilern A, F und P wurden vor etwa 25 Jahren robuste Rollverschlusskonstruktionen des Typs DPS 200 für Dehnwege von ± 200. mm als Dreiplattensystem eingebaut, zu dieser Zeit eine übliche Lösung für große Dehnwege. Die Forderung nach Wasserdichtigkeit war noch nicht so dominierend; außerdem gab es noch wenig Erfahrungen mit wasserdichten Fahrbahnübergängen in Lamellenbauweise.
Als 1996/97 die Sanierung der Rollverschlüsse anstand, gab es auch die Überlegung, eine nach TL/TP-FÜ 92 regelgeprüfte, wasserdichte Lamellenkonstruktion mit 6 Dichtprofilen einzubauen. Letztlich fiel die Entscheidung jedoch zugunsten einer Sanierung des Rollverschlusses auf der Grundlage des Lange-Systems. Dieses System stellt eine Weiterentwicklung alter SH-Konstruktionen dar, u.a. dadurch gekennzeichnet, daß etwa 95% des Oberflächenwassers auch an der Oberfläche abgeführt werden.
Weitere Verbesserungen sind die Verwendung höherfesten Stahls (Naxtra) für die Gleitnocken, die zweischnittigen Gelenkverbindung (statt früher einschnittig) und ein patentiertes Federnsystem für die Niederhaltung der Platten durch Vorspannung. Damit wurde der neueste Stand der Technik dieser Fahrbahnübergänge realisiert.
Ausschlaggebend für die Entscheidung zugunsten einer Sanierung des Rollverschlusses waren folgende Argumente:
Die ursprüngliche Randkonstruktion einschließlich der Stützböcke kann im Beton verbleiben, es sind keine umfangreichen Betonarbeiten mit langen Abbindezeiten erforderlich, sondern es werden nur Betonschäden ausgebessert, bei Bedarf mit schellerhärtendem Pagel- oder Silikalmörtel.
Aus- und Einbau der Konstruktionskomponenten erfolgt in Streifen von 1m Breite; damit ist eine optimale Verkehrsführung im Bereich der Baustelle möglich und es genügt ein einfacher Montagekran zum Aufnehmen und Versetzen der Platten.
Weitere Vorteile sind, dass die Sanierung der Platten einschließlich der Gelenkverbindung und das Aufbringen einer gleitfesten Schicht im Werk erfolgen und dass auf der Baustelle keine aufwendigen Schweißstöße der Mittelprofile und Randprofile wie bei Lamellenkonstruktionen hergestellt werden müssen.
Die sanierte Rollverschlusskonstruktion hat annähernd dieselbe Lebensdauer wie eine neue Lamellenkonstruktion und stellt langfristig die wirtschaftlichste Lösung dar. Fachkundig sanierte Rollverschlüsse zeichnen sich durch geringe Geräuschemissionen aus und sind durch ihren speziellen Antirutschbelag sehr verkehrssicher. Nicht zuletzt bedeutet die Wiederverwendung der Konstruktionskomponenten auch einen ökonomischen und ökologischen Vorteil. Die folgenden Bilder geben einen Eindruck von der Durchführung der Sanierung auf der Baustelle und von den Werkstattarbeiten.
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